Korsika, 11.Tag: 2.4.2002


Am Frühstück An der Temperatur hat sich seit gestern nichts geändert, sie bleibt hartnäckig immer noch zu tief. Im ganzen Mittelmeerraum soll es jetzt sehr kalt sein, das haben wir nicht erwartet, wir wollten uns eigentlich den Frühling ein bißchen beschleunigen. Auch in Deutschland herrschen angeblich die gleichen Temperaturen wie hier, dort scheint jedoch tagsüber die Sonne. Nach wie vor sitzen wir beim Frühstück dick angezogen und in der Gruppe verbreitet sich ein Galgenhumor - was bleibt uns sonst übrig? Hoffentlich wird es später, wenn auch hier die Sonne hochkommen sollte, etwas wärmer und damit angenehmer.

Kiefern am Ufer Ursula hat hier einen nützlichen Helfer gefunden, den Martin, einen Deutschen, der hier für die Touristen Sportprogramme betreut. Er hat sich bereit erklärt, diejenigen von uns, die heute wiederum keine Lust zum Radfahren haben, an die Südseite der Bucht von Porto Vecchio mit seinem Landrover zu bringen. Dort befindet sich, so lautet seine Versprechung, einer der schönsten Strände in dieser Gegend, genannt "Palombaggia". Also nehmen wir ein paar Sachen zum Anziehen und etwas zum Essen mit und fahren hin.

Die Versprechung hat sich tatsächlich bestätigt. Wir kommen zu einem zwar nicht besonders breiten Sandstrand, er zieht sich jedoch weit bis zum Horizont hinaus. Nun gut, die Bucht macht nämlich eine Kurve und hinter die Biegung sehen wir nicht hin, es ist aber wirklich ein schöner Strand, der diese Bezeichnung verdient. Da uns der ganze Vormittag zur Verfügung steht, beschließen wir so weit wie zeitlich möglich am Wasser entlang zu gehen.

Strand mit den roten Stein Strandblumen
Der Strand ist praktisch von Menschen verlassen, die wenigen, denen wir begegnen, wirken, so wie wir selbst, ziemlich verloren. So ist es sehr angenehm, wenn wir uns, nach einer guten halben Stunde Gehen, eine vom Wind geschützte Stelle finden und uns es im Sand bequem machen. I nzwischen scheint sogar die Sonne und obwohl es immer noch nicht frühlingshaft warm ist, genießen wir hier die absolute Ruhe voll.

Meer Gesellschaft bieten uns weiter unterwegs nur die bescheidenen Blumen, die es geschafft haben, im Sand ihre Wurzeln zu schlagen und dem Salzwasser zu trotzen. Und dazu die unermüdlichen Wellen, die entlang des Wasserrands immer neue Algen ans Ufer aufspülen, die in dieser Jahreszeit niemanden stören, obwohl sie eine kniehohe Schicht an einigen Stellen gebildet haben.
Wir wollen jedoch noch wissen, wie es dort weiter aussieht und so kommen wir nach einer Weile bis zu einer kleinen Halbinsel, die sich uns am Rande der Bucht zeigte, aber dann müssen wir wieder zurück zum Parkplatz kehren, wo wir uns mit Martin treffen sollen. Obwohl es nach dem offiziellen Programm heute kein Wandertag werden sollte, sind wir doch mindestens zwei Stunden gewandert.

Zurück im Camping machen wir uns aus den Resten unserer Lebensmitelvorräte noch einmal einen korsischen Gulasch. Diesmal haben wir auch Salz und eine Handvoll vom wilden Rosmarin, den Ludmila unterwegs gefunden und davon gleich etwas genommen hat. Der dazu getrunkene Wein - oder war es die Wanderung im tiefen Sand? - hat uns ermüdet, eine Stunde Schlaf war also fällig. Bis zum Abendessen blieb uns danach noch Zeit für eine Buchlektüre.


"Kulinaria" am Abend: Tomaten mit Mozarella, Lasagne mit Käse, Erdbeeren mit Quark. Kein Wein heute.
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