Korsika, 13.Tag: 4.4.2002


Und wieder hat es die ganze Nacht wie verrückt geregnet. Irgendwann ist die Stromversorgung in unserem Teil des Campings ausgefallen, damit versagte auch die ganze Beleuchtung und - noch schlimmer - die elektrische Heizung. Da auch die Warmwasserversorgung des Häuschens am Strom hängt (der Gasboiler wird elektrisch angezündet), steht uns morgen zur Ertüchtigung nur eiskaltes Wasser zur Verfügung.

Immer noch beim Regen, in unsere Regenpelerinen eingehüllt, kommen wir zum "Restaurant" um zu frühstücken und stellen fest, daß sein Dach fast überall undicht ist und demzufolge auch der ganze Frühstücksraum samt Möbel mit Regentropfen bespritzt wurde. Die echten Wikinger haben es an ihren Drachenbooten eigentlich auch nicht besser gehabt. Ob bei ihnen, so wie in unserem "Restaurant", die flinken Maisen auch fleißig am Brotzupfen beteiligt waren? Nun gut, viel davon nehmen sie uns sowieso nicht weg, und falls sie ihre Spuren hinterlassen - ist wohl die reine Natur, nicht wahr?

Wenig begeistert kehren wir in das kalte Häuschen zurück und verkriechen uns erneut ins Bett. Der trübe Vormittag wird der Literatur gewidmet, für etwas anderes fehlt uns die Lust. Erst im Laufe des Tages wird die Stromversorgung repariert, und so können wir die Reste unserer Lebensmittel vom Kühlschrank holen, diesmal nicht tiefgefroren, zur Vorbereitung der Mittagsmahlzeit. Unser heutiges Menü besteht aus den halbierten roten Paprikaschoten, die wir mit Schafskäse in der Mikrowelle erwärmt haben, dazu nahmen wir geröstetes, mit Scheibchen von Gorgonzola garniertes Weißbrot. Als Ergänzung diente eine halbe Flasche vom Coté du Rhone, als Dessert Joghurt mit frischem Obst und dann ein schwarzer Kaffe.

Am Nachmittag hat der Regen endlich aufgehört und wir haben beschlossen, die Umgebung von unserer Bleibe zu untersuchen. In einer Richtung führt die Straße an mehreren, zur Zeit noch leeren Campingplätzen, die ziemlich verwüstet und vernachlässigt aussehen, vorbei. Wenn wir uns mal vorstellen, daß sie im Sommer, während der touristischen Saison, voll belegt sein sollten und dazu uns den angrenzenden schmalen Strand vor Augen führen, müssen wir die hierher gekommenen Gäste nur bedauern. Auch von den vielen freilaufenden Hunden abgesehen.

Die zweite Möglichkeit, eine andere Straße zu nehmen, lassen wir bald fallen. Überall treffen wir an Verbotstafeln und Warnungen von bissigen Hunden, das wirkt nicht sehr einladend.

Die letzte der infrage kommenden Richtungen führt uns bergauf, entlang an den hinter den Zäunen verbarikadierten Häusern. Hier wird es sicherlich viel ruhiger werden, auch wenn die Häuser ihre Sommerbewohner bekommen. Wir steigen einige Hundert Meter weiter und erfreuen uns an der Herrlichkeit der Aussicht, die sich uns öffnete. Vor uns liegt eine blaue Meeresbucht, zwar mangels der Sonne nicht strahlend, wie sie sein sollte, doch auch so schön genug in einer Umrandung der naher Berge. Schade, daß uns das Wetter nicht erlaubt, es in Fotos festzuhalten.

Zurück im Camp hoffen wir, daß uns der Petrus morgen gnädig sein wird und wir den letzten Wandertag glücklich absolvieren werden.


"Kulinaria" am Abend: Gulaschsuppe (typisch ungaro-korsisch?), Huhn mit grünen Bohnen (aus der Dose), Rotwein (siehe oben), Kakaokuchen mit Vanillesauce (Fertigprodukt)


zurück zur Titelseite
home   home