Korsika, 14.Tag: 5.4.2002


Die vorletzte Nacht unseres Urlaubs vor unserem letzten Wandertag - und es hat geregnet, jedoch nicht mehr so stark wie gestern und auch nicht dauernd. Es hat trotzdem dazu gereicht, die Stromversorgung im Teil des Camps lahm zu legen. Jetzt sind wir schon an die Überraschungen gewöhnt, auf die angenehmen - daß es heute beim Aufstehen NICHT regnet und auf die üblichen, wie das Fehlen von etwas beim Frühstück. Der Morgen ist ziemlich kalt, der Himmel jedoch glücklicherweise klar, welche Freude!

Aufstieg auf Monte Calvo Für den Transfer zum heutigen Ausgangspunkt, nach L'Opedale, hat Ursula zwei Kleinwagen organisiert, einen davon steuert wieder Martin und wir beide fahren mit ihm. Unterwegs erzählt er über seine Erfahrungen auf Korsika, er ist hier bereits seit fünf Jahren als Touristenführer tätig. Scheint mit seinem Aussteigerleben zufrieden zu sein.

Das erste Ziel der heutigen Wanderung ist der Gipfel von Monte Calvo. Langsam und bequem steigen wir durch eine herrliche Waldlandschaft, die mit großen, runden Felsbrocken übersät ist. Beim total blauen Himmel erreichen wir den höchsten Punkt und uns bietet sich eine fast unglaubliche Aussicht. Rund um uns, 360 Grad, ein klarer Blick in die malerische Welt unter uns. Nur in Richtung Norden, dort, wo sich die schneebedeckten Bergketten erheben, haben sich poetische Wolken gebildet und verstecken die verschneiten Bergspitzen zum Teil.

Scheeberge

Nachdem wir zum Sattwerden die Aussicht genossen haben, verabschieden wir uns vom Monte Calvo und betreten den Rückweg. Wieder versperren uns einige durch Regenfälle der letzten Tage angeschwollene Bäche den Weg. Für einige in der Gruppe stellen sie ein Problem dar, wir beide jedoch überqueren sie, obwohl beinahe mit einer halsbrecherischen Leistung, mit Bravour. Unser Alter ist zwar nicht gerade ein Vorteil, unsere körperliche Kondition jedoch, durch die Arbeit in unserem Garten auf erfreuliches Niveau gebracht, macht uns keine Schande. Und unsere sympathische Gruppe zögert nicht es zu honorieren. "Wenn es Ludmila geschafft hat", sagen einige, "muß ich es auch schaffen".

Rest am Fels

Dann, nach einer kurzen, sonnigen Pause, geht es weiter zum Hahnenpiss. So wurde ein Wasserfall , ein aus einem senkrechten Felsen strömende Wasserstrom, benannt. Schon wegen dieses merkwürdigen Namens sind wir alle auf dieses Naturspiel neugierig. Doch zuerst müssen wir eine Strecke von guter Stunde, die durch eine unheimlich romantische Gegend verläuft, zurücklegen. Wilde Felsenformationen zeigen sich auf beiden Seiten vom schmalen Pfad, dem wir an der Seite eines schluchtartigen Flußtals folgen.

Wackelstein Der Name Wackelstein, den ein gefährlich aussehender Granitbrocken, auf einem dünnen Steinhals balancierend trägt, ist wirklich zutreffend.
Hahnenpiss

Noch eine Kurve des Pfades, ein kurzer Abstieg durch den grünen Pflanzenbewuchs - und der Hahnenpiss zeigt uns sich, leider im Schatten seiner Felsenwand. Doch auch so ist er imposant genug und sein Geräusch füllt das ganze Tal. Zum ersten und gleich zum letzten Mal lassen wir uns in einem gemeinsamen Bild beide zusammen verewigen, für uns selbst, für die Freunde und für unsere Enkel, denn wir waren dort.

Jan & Ludmila

Zurück im Camping laden wir Carla und Elke mit uns den letzten Kaffee zu trinken, weil jetzt ist es soweit, daß wir duschen und dann gleich unsere Koffer packen werden. Glücklich darüber, daß wir den ganzen Tag ein recht schönes Wetter und eine wunderbare Natur erleben konnten, sehen wir dem Ende dieses Urlaubs entgegen. Es bleibt nur noch das Abendessen und die halbe Flasche Rotwein, die wir vor dem Schlafengehen zum Ausklang austrinken werden.


"Kulinaria" am Abend: Selbstbedienung beim Grillen von Hackfleisch und Lachs (tiefgefroren), gemischter Salat (Überraschung - frisch!), Rotwein (siehe gestern), Kuchen, Pudding


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