Korsika, 15.Tag: 6.4.2002


Bergkette
"Ein jegliches hat seine Zeit..." - auch Unser Urlaub findet sein Ende. Der Minibus zum Transfer nach Bastia wartet auf ein kleines Häufchen von ungewöhnlich stillen Wanderer, die auf den Koffern sitzen. Die nicht erfreulichen Erinnerungen treten zurück und machen Platz jenen Bildern, die wir so schnell nicht vergessen werden.



Krumme Kiefer Baum am Bach



Der Schönheit der Berge mit ihren Granitbrocken und skurrilen Bäumen, die um das nackte Überleben kämpfen. Den zahlreichen Flüssen, die wir überspringen, überklettern oder durchwaten mußten, um auf den steinigen Wegen weiter zu kommen. Wo sind die Schmerzen der Fußblasen oder den müden Muskeln geblieben?


Steinweg
In zwei und einer halben Stunde überqueren wir die Insel vom Süden nach Norden, um am Flugplatz von unserer Reiseleiterin Ursula Abschied zu nehmen. Sie hat sich redlich bemüht, nach ihren Kräften die Gruppe möglichst zufrieden zu stellen und es war manchmal ein undankbarer Job. Sie hat uns durch wunderschöne Landschaften geführt und uns die Zauber der Insel vor die Augen gestellt. Dafür sind wir ihr aufrichtig dankbar.

Der Flug nach Paris-Orly und Transfer nach Paris-CDG ist kein Problem. Erst beim check-in für den Anschluß nach Hannover erleben wir einen wahren Wunder: Die Tickets von uns beiden sind für MORGEN, den 7.4.2002 ausgestellt! Wer hätte es gedacht, wer hätte es erwarten können? Natürlich haben wird den Ort und die Uhrzeit unserer Verbindung überprüft - daß jedoch der Tag des Fluges nicht stimmen wird, haben weder wir noch unser Reisebüro bei Gott nicht unterstellt. Eine Umbuchung auf die heutige Maschine ist nicht möglich und so haben wir den Salat. Wikinger, Wikinger, das war ein toller Streich!

Nichts zu machen. Wir ziehen in Novotel ein, nehmen, nach 2 Wochen nur mit Dusche, ein heißes Bad in der Badewanne und beschließen, aus der besch... Lage das Beste zu machen. Kleider umziehen, Fahrkarten für den Zug kaufen und ab in die Stadt mit Eiffelturm. Dort bummeln wir gemütlich und beenden den Spaziergang mit einer Abendmahl, die wir heute früh nicht vorgesehen haben (siehe unten).

Da unser falsch geplante Flug erst am Nachmittag stattfindet, wiederholen wir am nächsten Sonntag morgen die Zugreise in die Stadt. Es ist zwar kalt, jedoch sonnig und wir sehen nach mehreren Jahren wieder den Louvre, die Notre Dame und alle die illustren Plätze, die wir seinerzeit ergiebig erforscht haben. Fürs Mittagessen ist uns die Zeit zu Schade, ein belegtes Baguette muß reichen. Wieder am Flugplatz, erleben wir unsere nächste Überraschung: Die diesmal richtig mit OK gebuchte Maschine der Air France ist "überbucht", in Wirklichkeit jedoch gestrichen, weil für nur 12 Reisende lohnt es nicht zu fliegen. So werden wir, mit einem kleinen Trostpflaster in €, auf eine 2 Stunden später fliegende Maschine der Lufthansa umgebucht. Ja, wer nicht zu Hause bleibt, kann was erleben.

Was wäre zum Schuß zu sagen? Die Wanderungen auf Korsika waren Klasse, die Unterbringung und Verpflegung in der zweiten Woche mangelhaft, die eigenartige Flugverbindung kostete die Wikinger zusätzlich noch unsere Hotelrechnung und uns die Nerven. Wenn sie eine Wanderung auf Korsika machen wollen, tun sie es unbedingt, weil die Insel zwar teuer, jedoch herrlich ist; doch prüfen sie sorgfältig, ob alles Versprochene wirklich stimmt. Dieser war unser vierte Urlaub mit Wikinger, die drei davon verdienen unseren unbegrenzten Lob. Und der nächste?

Post Scriptum:
Wikinger hat uns die Übernachtungskosten in Paris erstattet und für die zweite Woche Selbstkritik geübt. Als ein Zeichen des guten Willens hat er für die erlittenen "kulinarischen" Genüsse jedem von uns 50 € überwiesen. Damit können wir schon einmal ganz ordentlich essen gehen. Gut, Wikinger, hast damit bei uns einen Pluspunkt zurückgewonnen!



Kulinaria am Abend in Paris: Salat bzw. Fischsuppe als Vorspeise, zwei Berge von Muscheln (Fingerarbeit eingeschlossen) mit Weißbrot und richtig gekühlter Karaffe Sauvignon


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