Korsika, 3.Tag: 25.3.2002


Noch bevor wir die heutige Wanderung zum berühmten "Trou de la Bombe" starten, müssen wir noch nach dem Frühstück schnell etwas für unseren Picknick unterwegs einkaufen: Rote Paprika und luftgetrocknete Wurst, Käse, Äpfel und selbstverständlich eine Baguette in der Patisserie am Ende des Dorfes. Zwischen Frühstück und Abendessen sind wir an die eigenen Vorräte angewiesen, in den Bergen während der Wanderung gibt es so gut wie keine Möglichkeit, ein Restaurant zu finden; wenn überhaupt, dann erst am Ende der Tour.

Verschneite Straße Ein Minibus soll uns zu Col de Bavella, zu einem Paß 1250 m hoch bringen, ab hier dann weiter geht es nur zu Fuß. Doch es wurde anders: Nachts hat es in den Bergen leicht geschneit und gefroren und gute 2 km vor dem Paß ist die Busreise zu Ende. Auf der Straße hat sich eine dünne, jedoch glatte Schicht aus dem gefrorenen Schnee gebildet und unser Bus gerät hoffnungslos ins Rutschen. Wir müssen aussteigen, er kann nicht weiter. Eine schnelle Überprüfung der Reifen liefert uns die nicht überraschende Erklärung: vom Profil keine Spur!

Wir wünschen dem Busfahrer viel Glück bei der Rückfahrt ins Tal und bewältigen die Strecke zum Paß mit eigenen Kräften. Inzwischen haben wir bereits unsere Handschuhe angezogen und die Windjacken zugeknüpft, es ist ziemlich kalt geworden bei dieser Höhe und es soll noch weiter aufwärts gehen. Langsam tauchen vor uns die Spitzen den Foce Pinosa, die in dunkelgrüne Kiefer eingebetteten Granitfelsen.

Foce pinosa Col de Bavella

Am Col de Bavella haben wir eine Gelegenheit, die Sankta Maria zu bitten, ein gutes Wort beim Petrus für uns einzulegen, denn das Wetter, das bisher doch mit ein paar Sonnenstrahlen ab und zu bei uns eine wage Hoffnung geweckt hat, verdüstert sich zunehmend. Vergeblich gebeten, nachdem wir 2 Stunden gegangen sind, fängt es an zu schneien und als wir das Bombenloch erreichten, war das Fotografieren kaum möglich, es wurde ziemlich dunkel. Wir kauen an unserer gutgekühlten Mahlzeit.
Trou de bombe
Doch unsere gute Laune haben wir nicht verloren, wir sind bereit dem schlechten Wetter zu trotzen und mit hochgezogenen Kapuzen setzen wir die Wanderung durch eine inzwischen auf 7 cm angewachsene Schneeschicht weiter. Es bleibt uns nämlich nichts anderes übrig, wir müssen zurück zum Pass. Dort befindet sich eine Berghütte, in der es dicke warme korsische Suppe gibt, die uns dann tatsächlich in fürs Leben normale Temperatur brachte.

Dann kommt ein anderer Minibus, diesmal haben die Reifen etwas vom Profil vorzuweisen, und brigt uns zurück nach Zonza ins Hotel. Nach Duschen (die Dusche ändert die Temperatur von heiß bis kalt mehmals in einer Sekunde - wie schaft sie es?) tut uns eine Stunde im Bett wirklich gut.

Inzwischen ist wohl Petrus wach geworden und die Sonne scheint wieder. Wir können eine Stunde durch Zonza spazieren gehen. Es ist wirklich nicht viel zu bewundern, aber der Spaziergang beim Sonnenschein genießen wir, wenn auch die Temperatur weniger auf einen warmen Frühling als auf einen fortdauernden Winter schließen läßt. Auch die verschlossenen Häuser wirken nicht aufmunternd, aber die Luft - die frische, reine Luft ist herrlich. Hoffentlich bleibt das Wetter so auch morgen!




Kulinaria am Abend: Nochmal die korsische charcuterie, Nudeln mit Kräutersauce, dazu Weißwein, Kastanienpudding (korsische Spezialität)


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