Korsika, 4.Tag: 26.3.2002


Korsische Wildschweine
Unsere heutige Wanderung fängt ganz allmählich in einem Waldweg an. Es ist fast wie ein Spaziergang durch eine herrliche Parklandschaft, bis wir nach ca. 1 Stunde eine Hochebene erreichen. Hier kennen wir die für Korsika so typische Macchia lernen, die zu dieser Zeit erst langsam ihre grüne Farbe zu gewinnen beginnt. Menschen treffen wir hier nicht an, ohne Leben ist die Natur jedoch nicht. Die Wildschweine, die in der Tat jedoch nur halb wild sind, begrüßen uns unterwegs immer wieder und fühlen sich in unserer Gesellschaft offensichtlich wohl.

Über den Bach springen
Obwohl es seit langem nicht geregnet hat und die Talsperren sind halb leer, sind die Bergflüsse nicht ausgetrocknet und manche, die unseren Weg versperren wollen, stellen ein nicht ungefährliches Hindernis dar. Nur, wir müssen irgendwie durch. Manche, die mutigsten von uns, kommen im leichten Schwung darüber, einige springen, leicht zitternd, vom Stein zu Stein und schaffen es trockenen Fußes doch. Und diejenigen, die ganz sicher sein wollen, ziehen die Stiefel aus und gehen barfuß durch Wasser.

Urwald Friedhofskapelle
Es geht weiter, nachdem wir alle wieder zusammen sind, über Stock und Stein. Der Wald, der noch vor Kurzem überwiegend aus Kiefern und Kastanienbäumen bestand, hat sich zu einem urigen Urwald verändert. Hier ist die Natur unberührt geblieben, niemand kümmert sich offensichtlich um die Pflanzen, nur die Wildschweine, und die freuen sich darüber sicherlich.

Doch dann wird es anders; wir verlassen den Wald und erblicken ein Dorf, wie aus einem Bilderbuch. Langsam gehen wir durch die Hauptstraße, entlang am Fiedhof mit einer schönen Kapelle, natürlich aus Granit gebaut. Es gibt auf Korsika zwei Grundfarben vom Granit: die dunkelrote und die weiße, darüber hinaus alle möglichen Zwischentöne und Zwischenfarben. Und so farbig bunt sind auch die Häuser, aus diesem Material oft kunstvoll gebaut. Die Kapelle hier ist schlicht und eindrucksvoll weiß.
Kaffepause
Der Friedhof scheint die Stimmung des Ortes zu prägen: weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Wir würden gerne in einem Gasthaus einen Kaffe trinken und von unseren Vorräten etwas essen, weil die Mittagszeit inzwischen überschritten ist. Doch alle in Frage kommenden Einrichtungen (es sind nicht viele) sind geschlossen. In unserer Not erblicken wir eine Person, die uns aus dem Fenster im Obergeschoß des Hauses beobachtet und ersuchen eine Auskunft. Und wir haben Glück. Nach Kurzem erscheint ein Mann, der uns die Tür eines naheliegenden Kaffeehauses öffnet und - es gibt Kaffe, nur für uns, vom Chef persönlich serviert.

Gestärkt und gutgelaunt bewältigen wir den restlichen Weg nach Queda, wo uns der kleine Bus erwartet, um uns zurück nach Zonza zu bringen. Es war eine einfache Wanderung, bei der wir Korsika aus unmittelbarer Nähe und frei von den Touristenschauplätzen erlebt haben.


Kulinaria am Abend: Drei verschiedene Pasteten (wären für ein Abendessen genug), Wildschweinbraten mit dicken Bohnen, natürlich Wein dazu. Mouse au chocolat (sehr süß).


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