Korsika, 6.Tag: 28.3.2002


Nicht jeden Tag muß man mit Wikinger wandern, an manchen Tagen, die sich eigentlich Ruhetage nennen, ist es so, daß man wandern darf. Es werden s.g. fakultative Wanderungen angeboten und eine solche findet heute statt.

Ein Kleinbus wurde angemietet, der uns nach Levie brachte, die Kosten für die Fahrt sind extra zu bezahlen. Es wurden für eine Strecke, die genau 13 Minuten gedauert hat, 50 (in Worten: fünfzig) Euro verlangt (klar, 5 Euro pro Nase), und es ging dabei nur bergab. Ein stolzer Preis!
Ausgrabungen
Wir haben vor, die prähistorischen Orte Cucuruzzu und Capula unweit von Levie zu besuchen, die in einem Nationalpark liegen. Dort haben angeblich Leute vor fast 2000 Jahren gelebt, was durch zahlreiche Hinweise in Form von kleinen Tafeln angezeigt werden soll. Wir gehen von Tafel zu Tafel und suchen nach etwas, was sehenswert wäre, finden jedoch nichts. Die Erklärung: eine Führung durch Fachkräfte gehört normalerweise dazu, die wir jedoch nicht bekommen konnten, weil es noch zu früh ist; wir haben dafür den Eintrittspreis gespart.
Doch dann erreichen wir einen kleinen Hügel, Cucuruzzu genannt, mit Resten von primitiven Bauten und hier ist es ohne Zweifel, daß da einmal eine menschliche Hand am Werk werden mußte. Und was für eine, die imstande war, die tonnenschweren Granitblöcke zu bewegen! Nur, besonders bequem haben es die Menschen damals bei Gott nicht, dafür gab es aber eine phantastische Aussicht nach allen Richtungen in die weite Umgebung. Die nächste Sehenswürdigkeit, Capula, bietet nur eine aus rohen Steinen gebaute Kapelle an, die sicherlich nicht von Steinzeitmenschen gebaut wurde, sowie einen steilen Felsen, auf den wir klettern konnten, um einen Blick in die Landschaft werfen zu können. Es war dort sehr windig.
Urwaldweg
Der Weg zurück bietet reichlich Kontraste. Durch einen wilden, dichten Urwald führt uns ein schmaler Pfad nach San Gavino di Carbini, das ist ein kleines Dorf mit einigen neuen und vielen alten Häusern.

Kontrast


Die Gegenstände können nicht krasser werden: dort eine Jahrhunderte alte Mauer und da ein nagelneues Daimler Benz aus Deutschland. So treffen sich die Jahrtausende in unmittelbarer Nähe - dort Steinzeit, hier postindustrielle Epoche. Und wir Wanderer irgendwo dazwischen, auf eigenen Fußsohlen Schritt für Schritt, langsam und umweltschonend, entdecken beides.


Kulinaria am Abend: Noch einmal Salat Zonza, ein dünnes Beefsteak (au point vorbereitet, für einige zu blutig) mit pommes frites, Rotwein und Käse


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