Korsika, 7.Tag: 29.3.2002


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Um es gleich am Anfang zu sagen: dieser Tag war wahrscheinlich der härteste von allen, die wir in diesem Urlaub erlebt haben. Nicht so viel infolge der Schwierigkeit bei der Wanderung, wenn auch die sicherlich nicht zu unterschätzen war, viel mehr wegen der Kälte, die uns durch den ganzen Tag, und insbesondere am Vormittag, unbarmherzig verfolgte.

Doch der Reihe nach. Wir sind recht bald nach dem Frühstück mit dem Kleinbus losgefahren, denn für heute hat uns unsere Reiseleiterin Ursula eine lange Wanderung angekündigt. Nach einer ziemlich wilder Fahrt, die eher für eine Rallye am Platz gewesen wäre, sind wir am Bavella-Paß angekommen. Bereits dort ließ uns das Wetter einen recht frischen Tag vermuten, es war windig und der Himmel mit dichten Wolken zugezogen. Eigentlich haben wir schon seit mehreren Tagen diese Tour verschoben in der Hoffnung, daß das Wetter sich bessert und insbesondere wegen der Gefahr, daß dort oben, zwischen den spitzen Felsen, zu viel vom Schnee liegen wird. Beides wurde nur zum Teil der Fall.

Vom Bavella-Paß steigen wir gleich etwa 400 m hoch bis zum Kamm zwischen die Felsen, die man "Nadeln" nennt. Es ist sehr kalt und wir finden die Wegemarkierungen nur nach längerem Suchen, weil die Wolken sehr tief hängen und wir uns deswegen im dichtem Nebel bewegen. Teils gehen wir, teils klettern wir, gut sind diejenigen daran, die Handschuhe haben. Die Nase läuft, obwohl die Mützen über die Ohren gezogen wurden und die Kapuze fest zugeschnürt ist. Der Wind ist so stark, daß wir auf unser Gleichgewicht aufpassen müssen. Nur im Windschatten ist es etwas angenehmer. Auf dem Rucksack bildet sich eine dünne Schicht vom Reif. Es wird nicht viel geredet, aber niemand beschwert sich. Die Berge sind halt auch so und das wußten wir auch.

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Von der Sonne gibt es nach wie vor keine Spur, doch als wir vom Kamm herunter kommen, schwächt sich der Wind teilweise ab und als wir den Waldrand erreichen, ist es uns auch nicht mehr so schrecklich kalt. An der anderen Seite des Tals sehen wir Landesteile im Sonnenschein, ist es möglich?

Um 13 Uhr beschließen wir eine Pause für Picknick zu machen, alle sind wir hungrig. Es gelingt uns im Schutz einer Steingruppe etwas Windschatten zu finden, den brauchen wir immer noch. Trotz aller Wetterwidrigkeiten gefällt uns dieses Abenteuer, es beinhaltet eine Portion Romantik, und das heißt häufig, auch eine Entbehrung.

Nach weiteren 2,5 Stunden Wanderung durch einen niedrigen Kiefernwald stehen wir am Bavella-Paß vor der Berghütte, in der sich gerade der I nhalt von zwei Touristenbussen wärmt - für uns bleibt drinnen so gut wie kein Platz. Also sehen wir uns gezwungen, mit einem leichten Nachdruck durch Ellbogen eine strategisch günstige Position an der Bar zu erkämpfen. Schließlich bekommen wir unseren Kaffee und im Laufe der Zeit entleert sich allmählich auch der Gästeraum. Nach einer halben Stunde kommt der Kleinbus, um uns zu retten und, immer noch durchgeschwitzt, zum Hotel zu bringen. Sechs und halb Stunden waren wir unterwegs, es hat gereicht, um uns zufrieden zu machen.


Kulinaria am Abend: Letztens in Zonza Salat Zonza (morgen fahren wir ab), noch einmal Surprise, diesmal mit Weißwein. Irgendein Dessert.


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