Gran Canaria

Wenn der Winter kommt, ist es ziemlich kalt und ungemütlich in Detmold, trotz der angenehmen Wohnlage in Augustinum. Träume von der warmen Sonne und grüner Natur werden wach und machen uns unruhig. So entsteht ein Wunsch nach Süden, also weg für mindestens eine Woche auf die Kanaren!
Eine Unterkunft auf der von uns bisher noch nicht besuchten Insel Gran Canaria ist bald gefunden. Weil wir vom Baden im Meer nicht viel halten, entscheiden wir uns fürs Innere des Landes, wo die Berge nahe sind. Und es kann günstig vom padderbornschen Flughafen mit AirBerlin direkt erreicht werden. Gleich sind die Flugtickets bestellt, das Urlaubshotel in Santa Brigida reserviert und ein Mietwagen gemietet.

Tag 1: 23.11.2016

Canaria Wir müssen bereits um 4 Uhr morgens aufstehen, um den Flug rechtzeitig zu erreichen. Die Koffer sind seit gestern gepackt und der Golf aufgetankt. Doch der sonst brave Navigator hat schlechte Laune und bald stellen wir fest, dass er uns falsch führt und die Zeit läuft. Korrektur geschafft, dann wurde auch ein Platz im Parkhaus am Flughafen Paderborn gefunden. Mit der Zeitreserve von 40 Minuten kann uns jetzt nichts Böses mehr passieren.
Der ziemlich lange Flug von vier und halb Stunden verlief problemlos und mit etwas Geduld bekommen wir auch den Schlüssel vom unserem Mietwagen. O jé, statt gewünschten VW Golf ist es ein nicht mehr ganz junge Peugeot, natürlich mit Handschaltung, die mich in der Woche noch einigen Schweiß kosten soll. Wir befreien uns mühsam aus dem Labyrinth des Parkhauses und los geht es.
Nur nicht so glatt, wie gehofft, weil wir nur eine primitive Landkarte besitzen und sind auf der Insel total fremd. So sind wir einige Zeit etwas herum gefahren in der Hoffnung, dass wir uns doch irgendwo finden. Unterwegs haben wir das System der Wegweisungen gelernt und später als geplant, jedoch rechtzeitig, unser Hotel gefunden.
Hotel Unser Hotel „ Escuela Santa Brigida“ ist allerdings keine Schule und erinnert mit den Fußböden aus Marmor eher auf einen englischen Palast und liegt mitten in einem eindrucksvollen Garten mit alten, riesengroßen Palmen. Wir bekamen ein Zimmer im zweiten Stock, wo uns ein herrlicher Blick aus dem Balkon in eine exotische Umgebung erwartet. Mag sein, dass das Hotel schon bessere Zeiten kannte, wir sind damit jedoch ganz zufrieden und auch das Abendessen a la carte mit hiesigem Rotwein begleitet schmeckt ausgezeichnet. Der wohlverdiente Schlaf in bequemen Betten hat den Tag gut ergänzt.


Tag 2: 24.11.2016

Das Frühstückbufett in diesem Hotel lässt sich sehen. Von der Multikaffee – Maschine bis zur Auswahl an kleinen Biskuits bleiben keine Wünsche übrig und das Angebot wechselt täglich, wie wir später erfahren werden. Angefangen mit frischgepresstem Orangensaft probieren wir fleißig möglichst viel – alles schaffen wir keinesfalls. Dabei trösten wir unser Gewissen mit dem Gedanken, dass unser Mittagessen nur bescheiden sein wird und die Kalorienrechnung dann stimmt. Das es so nicht wird, erfahren wir auch erst später.

Unser erstes Ziel heute ist der einmalige Pico de Bandana, ein 569 m hoher Berg neben der berühmten caldera. Man kann ziemlich hoch, fast bis zum Berggipfel, mit dem Auto fahren, wenn man gute Nerven für den engen Weg und die zahlreichen Serpentinen (dass es nur zu einer Übung für spätere Trassen wird, haben wir noch nicht gewusst) hat, die dazu gehörten.
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Mit einem fremden Wagen damit anfangen zu wollen, war ein bisschen gewagt, aber es ist gelungen und auch wenn wir wegen Regenwetter nicht bis zum Gipfel gekommen sind, hat sich der Ausflug gelohnt. Der weite Blick war fabelhaft und es wurde möglich sogar das ca. 20 km entferne Meer zu erkennen.
Auf dem Rückweg biegen wir links auf eine Straße in Richtung der Stadt Santa Brigida, die nur wenige Kilometer entfernt ist. Wir brauchen unbedingt eine ordentliche Straßenkarte und die hoffen wir mit Hilfe meiner kurz erfrischten spanischen Sprachkenntnis dort zu finden. Auch auf die Stadt selbst sind wir neugierig, sie hat eine hübsche Lage und interessante Geschichte. Einmal, für kurze Zeit, war sie sogar zur Hauptstadt der Insel geworden.
Brigida_left Brigida_right
Und tatsächlich fahren wir durch eine malerische Landschaft mit vielen Tälern und Hügeln, die mit für uns exotischen Pflanzen bedeckt sind, zwischen welchen die häufig einsamen Häuser beinahe versteckt sind. Es ist Ende November und alles ist strahlend grün und unglaublich frisch, so wie wir es erhofft haben.
Vor der Stadt haben wir einen Parkplatz gefunden obwohl die Parkplätze knapp sind und auch ist es uns gelungen eine richtige Straßenkarte der Insel zu kaufen. Sie wird uns ein besseres Reisen ermöglichen und das Leben erleichtern. Auch die Innenstadt hat uns mit ihren engen und farbenvollen Gassen gefallen, winzige Läden haben wir gesehen und lustige Bars gefunden. Hierher könnten wir vielleicht einmal zum Abendessen mit Taxi kommen?
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Nach der Rückkehr zum Hotel ist es erst 17 Uhr und so wir noch Zeit finden zu einem – so beabsichtigt – kleinen Spaziergang in der nahen Umgebung. Nach der Beratung mit dem iPad sehen wir eine Möglichkeit kurzen Rundgang zu machen, der ca. 2 bis 3 km lang sein sollte. Bereits die ersten Schritte führen uns in ein tiefes Tal, aus dem, so ist das Leben, wir wieder Berg auf zurück gehen müssten. Unterwegs sahen wir oft viele Häuser in einer Straße nach einem Muster gebaut. Nur ab und zu eine Abwechslung durch ein anderes Muster, aber es machte trotzdem einen ordentlichen Eindruck. Die zahlreichen Hunde, die überall zu hören waren, sind jedoch ganz unterschiedlich gewesen. Nachdem wir wieder die Anfangshöhe erreicht haben, war es nur ein kurzes Stück zum Hotel, so dass das Abenteuer „nur“ zwei Stunden gedauert hat und uns noch eine Stunde zur Erholung vor dem Abendessen , das wieder gut und reichlich war, blieb.

Tag 3: 25.11.2016

Aus Ludmila´s Tagebuch:
„Der Morgen war schön, so wie er in Bergen zu sein pflegt. Weiße Wolken am Himmel, sie ändern ihre Rosafarben nach der Sonnenlage, sie lösen sich und formen sich erneut zu locker aufschüttelten Büscheln ähnlich wie Schafwolle. „ Morgen_L Morgen_R
Nach einen üppigen Frühstück wollen wir die neue Straßenkarte probieren und beschließen, die naheliegende Stadt San Mateo zu besuchen. Der Weg führt durch Santa Brigida in das Innere der Insel, wo sich das höchste Gebirge und die wildeste Natur befindet. Bereits kurz nach Santa Brigida dreht und windet sich die allerdings gut ausgebaute Straße GC15 in wilden Kurven und Serpentinen bergauf und wieder runter und bietet uns einen Vorgeschmack dessen, was uns bis Ende unseres Aufenthalts in diesem ehemaligen Vulkangebiet erwartet. Damit müssen wir fertig werden. Nach San Mateo gekommen finden wir mit Glück in einer Reihe parkenden PKWs die einzige freie Lücke, wo wir das Auto abstellen können. Bis zur Stadtmitte sind es wenige Meter und so stehen wir bald am kleinen Platz vor der Kathedrale und entdecken eine malerische Stadt mit der breiten Hauptstraße und vielen Geschäften samt einer Markthalle. Althaus
Auch durch enge Gassen mit alten aber auch neuen Häusern gehen wir , einige davon finden wir ausgesprochen romantisch. Und überall ist es so ruhig, die Leute scheinen jede Menge Zeit zu haben, stehen beim ruhigen Gespräch oder sitzen nur einfach auf einer Bank und genießen das schöne und warme Wetter. Als wir nach einer Weile zu unserem Wagen kommen, finden wir ihn alleine stehend, fast unmittelbar unter einem Zeichen, welches das Parken an dieser Stelle verbietet. Doch einen Strafzettel finden wir nicht und hoffen, dass unser Verbrechen unerkannt blieb. Der Weg zurück war mit der guten Straßenkarte problemlos. Wieder sahen wir links und rechts weite Hanglagen mit einzelnen zerstreuten Siedlungen, wo es überhaupt möglich war, ein Haus zu errichten, unmittelbar neben steilen Bergen und tiefen Schluchten. Über die wildromantische Umgebung staunen wir stumm.
In der vor dem Abendessen verbleibender Zeit untersuchen wir die unmittelbar nahe Gegend um das Hotel herum und versuchen zu verstehen, wie kann ein derart vornehmes Hotel in ein ziemlich trostloses Ambiente gesetzt werden. Neben einem kleinen Supermarkt, einer einfachen Bar und zwei Kaffeehäusern ist weit und breit nichts sehenswertes anzutreffen. Bürgersteige fehlen fast komplett und die vorbei führende Straße wird viel benutzt.
Doch uns stört es wenig, besonders heute nicht, weil wir an diesem Abend zu feiern haben. Deswegen haben wir auch entsprechende Kleidungen angelegt und feines Menü bestellt, dazu eine Flasche Rioja-Wein, übrigens die letzte dieser Art, die im Hotelkeller zu finden war. Es ist uns gelungen, einen schönen Abend zu erleben, an den wir noch einige Zeit zurück denken werden.

Tag 4: 26.11.2016

Wolken Heute überrascht uns der Morgen mit einem Himmel voll von dunklen Wolken und nicht gerade stillem Wind. Es regnet von Zeit zu Zeit sogar leicht und die Wettervoraussage im iPad verspricht nichts Gutes. Es ist ein neues Bild, das uns die Insel präsentiert und wir schauen von unserem Balkon, wie die Wolken leise über die nahen Berge klettern, um langsam entlang des Hanges in das Tal herunter gleiten. Die für heute vorgesehene Wanderung zur caldera müssen wir leider zurückstellen. Nun ganz unglücklich sind wir deswegen trotzdem nicht, die letzten, mit einer Aktivität vollgestopften Tage lassen uns eine leichte Müdigkeit spüren und so werden wir es uns heute im Hotel bequem machen, etwas lesen, Postkarten schreiben und sogar ein bisschen schlafen. Wenn der Regen für eine Weile aufhört, stehen wir am Balkon und schauen den leicht sich biegenden Palmen und dem Spiel der Wolken zu. In kurzen Intervallen zeigt sich sogar die Sonne am Himmel und macht uns die Hoffnung, dass es nicht so durch die ganze uns noch verbleibende Zeit nur regnet.

Tag 5: 27.11.2016

Sonnenschein

Blauer Himmel, leichte Wolken und klare Sonne zeichnen den neuen Tag, auch wenn das Tal noch im Schatten bleibt, schöner könnte der anfangende Sonntag nicht sein. Unser Appetit am Frühstück ist gefährlich groß, aber für den heutigen Tag werden wir wirklich Kraft brauchen, wenn wir unseren Wunsch, die caldera zu besuchen, verwirklichen sollen. Also sparen wir nicht mit Speck und auch nicht mit Käse und nehmen beide dazu gute zwei Tassen Kaffee, das nach einem vollen Glas vom frischgepressten jugo de naranja und abgeschlossen mit etlichen Biskuits. Und da sind noch die getrockneten Datteln und auch ein Jogurt mit Nüssen und süßen Sultaninen schmeckt sehr gut. Zwar denken wir daran, dass die überflüssigen Kalorien uns später eine Rache verursachen werden,aber dass wird erst später und man wird sehen....
Eine caldera ist der ehemalige Krater eines inzwischen erloschenen Vulkans, der in dem Monumento Natural de Bandama bis vor ca. 5000 Jahren aktiv war. Es ist ein Kessel, der 200 m in die Tiefe reicht und wie es für eine caldera zu erwarten, fast rund ist. Die Touristen können bis zum Boden gehen (und müssen einmal wieder zurück) oder können auf einem gut erhaltenem Pfad den Krater umgehen, was auch die unsere Absicht war.
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Ausgestattet mit einem Wasservorrat fuhren wir mit dem Peugeot bis in die Nähe der caldera und fingen an, das Riesenloch zu umrunden. Zwei Stunden sind wir rauf und runter auf dem manchmal rutschigen Pfad bei einer kanarischen Temperatur schwitzend und tief atmend gegangen, bis wir den am Kraterrand anliegenden Golfplatz erreicht haben, aber dann waren wir schon mit unserer Wanderung so gut wie fertig. Wir haben fast senkrechte Felsen gesehen, an welchen keine Pflanzen halt fanden und beim Rückblick auf den schmalen Pfad, den wir durch gequert haben, waren wir beide richtig stolz.
Dass uns heute das Abendessen gut geschmeckt hat, überrascht wohl keinen. Nochmal haben wir uns das bereits ausgekostete Fischgericht (hiesige Fischart) und den bereits bekannten Wein (kanarische Sorte) bestellt, fest überzeugt, dass wir diese Nacht gut schlafen werden.

Tag 6: 28.11.2016

Die Wettervoraussage für den heutigen Tag ist nicht die erfreulichste und deswegen wählen wir das Tagesprogramm vorsichtig: wir werden eine längere Autoreise um die Insel herum versuchen mit der Hoffnung, dass der Regen ausbleibt. Es ist schon etwas, das wir entlang der Nordküste und vor allem und der Westküste entdecken können, die entlang des Nationalparks führt. Aber zuerst wollen wir die Küstenautobahn Nr. 1 erreichen und dann auf die Nr. 2 in Richtung Westen abbiegen, die uns nach Galdar bringt. Das wird eine ruhige und bequeme Fahrt und in der Tat, so war sie auch. Immer wieder erblicken wir rechts von uns für eine kurze Weile die blaue Meeresfläche zwischen den Hügeln. In Galdar dreht die Autobahn nach Süden und es dauerte nicht lange und wir waren in einer angeblich malerischen Stadt Agaete.
Nordküste_ost Nordküste_ost
Zuerst fanden wir am Rande der Stadt einen Platz zum Parken und dann auf zu Entdeckungen. Die kleine Stadt bietet wieder eine Reihe von engen Gassen und sogar eine Kirche in der Nachbarschaft von einigen grünen Bäumen. Sonst einige Bars und Leute, die durch die Gassen scheinbar ohne feste Ziele wandern. Vielleicht haben wir zu viel erwartet und so beschließen wir zum nahen Hafen zu fahren.
Der Hafen muss wirklich wichtig sein, mindestens nach dem voluminösen Transitgebäude für Passagiere beurteilend, jedoch zur Zeit herrscht offensichtlich eine touristische Flaute und der Hafenparkplatz ist fast leer. Nur einen Kahn von Olsen haben wir ankern gesehen, aber bevor ich ein Bild machen konnte, war er schon weg.
Auf der anderen Hafenseite sehen wir eine Spur vom Leben, wo die typischen Hafenrestaurants zu finden sind. Beim näheren Betrachten sind jedoch auch dort nur wenige Kunden an den Tischen. Die schwarze und nicht sehr einladende playa hat nur einen Gast, der auch nicht viel Lust zum Baden verspürt. Also schauen wir uns den Friedhof und eine aufs Wasser ruhig sehende Statue an und kehren zum Auto zurück.
Hafenrestaurant Friedhof Statue
In Agaete ist die gut ausgebaute Autobahn zu Ende und wenn auch die Fortsetzung entlang der Westküste auf einer neuen Asphaltstraße als akzeptabel bezeichnet werden kann, ist es jetzt „Schluss mit Lustig“.
Die erste Serpentine ist gleich an der Stadtgrenze und endet und endet nicht. Obwohl nur sehr wenig Gegenverkehr herrscht, kann ich nur im zweiten und selten im dritten Gang fahren, nicht zuletzt wegen der steilen Ab- und Auffahrten. Dafür ist die Umgebung einfach grandios. Von schön und romantisch bis unglaublich wild und zerklüftet ist die Umgebung, nur selten unterbrochen mit einem engen Durchblick zum Meer. So kämpfen wir uns durch bis nach El Risco, einer kleinen Siedlung an Mündung eines bedrohlichen Flusses. Und dort kommt eine Überraschung – eine Tafel mitten auf der Straße mitteilend, dass die Straße einige Kilometer weiter gesperrt ist. Einem Einheimischen folgend fahren wir trotzdem mutig weiter – bis es wirklich nur durch einen Feldweg weiter möglich wäre. Doch dazu haben wir nicht Mut genug und drehen um. Es hat sich trotzdem gelohnt und wir haben die wirkliche Inselnatur gesehen. Kein Wunder, dass es dort praktisch für Menschen keine Besiedlungsmöglichkeit gibt.
Rückweg Berge
Das Abendessen haben wir diesmal anders organisiert. Im naheliegenden Supermarkt haben wir uns frische Pasteten in Blätterteig, grüne Oliven, Käse und Schinken vom Lande und dazu eine Flasche mit kanarischem Rotwein. Damit haben wir uns ein ordentliches Picknick gemacht und so eine lustige Pyjama-Party vorbereitet. Ein Messer habe ich immer mit, für Rotwein haben wir uns Gläser zum Zahnputzen geliehen und als Besteck dienten uns bestens unsere Finger. Es hat fantastisch geschmeckt und besser konnten wir diesen ereignisvollen Tag nicht beendet.
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Tag 7: 29.11.2016

Nun heute ist es der letzte Tag von unserem Urlaub auf Gran Canaria. Daneben hat heute unser Sohn Georg seinen Geburtstag und so ist es heute für uns ein besonderer Tag, den wir voll genießen wollen. Beim Frühstück fällt die Entscheidung: wir werden einen Botanischen Garden besuchen, der sich unweit von Santa Brigida befindet.Also, auf zum Jardin Canario, durch enge Gassen, entlang bei modernen Villen aus dem vorigen Jahrhundert. Am Ziel sollen zwei Parkplätze sein, die sind jedoch so gut versteckt, dass wir sie nicht gefunden haben. So bleibt uns zum Einparken nur eine Rasenfläche neben der Straße. Doch wehe – der Boden ist weich und wir kommen zurück auf den erhöhten Asphalt nur wenn der PKW hinter uns wegfährt und uns die Ausfahrt frei gibt. Das wird unser Problem sein.
Kakteen_L Kakteen_L Doch dessen unbeachtet betreten wir eine imposante Schlucht, in der sich der Garten befindet. Von dem kleinen Platz beim Eingang sehen wir bereits eine grandiose Steilwand, dicht mit Pflanzen bewachsen, die nur langsam in eine Hügellandschaft wechselt. Doch zuerst fangen wir im unteren Teil unseren Rundgang an und befinden uns gleich inmitten von pittoresken Kakteen. Keiner von uns hat früher so viele fantasievolle Pflanzen gesehen und sicher nicht in solchem Umfang. Ein ganzer Wald davon, durch den wir auf gepflegtem Pfad langsam wandern, die Augen voll vom Unbekannten.
Doch das war erst der Anfang unseres Besuches, uns bleibt noch viel zu untersuchen. Langsam arbeiten wir uns durch den unteren Teil des Gartens,immer näher zu dem fast senkrechten Rand. Und dann fangen wir steigern. Die Fußwege sind immer enger und immer öfters werden Treppenwege daraus. Je nach dem in welcher Richtung sie führen, sehen wir entweder rechts oder dann links exotische Steinpflanzen aus der Felswand wachsen. Es öffnen sich weitere Blicke in die Ferne. Und nach einer Weile wird es Zeit zum Ausruhen. Einer von uns macht es mit Betrachtung einer Bildhauerarbeit, ein(e) andere zieht einen Biss in Saftigen Apfel vor.
Ludmila ißt Jan und Statue
Dann steigen wir durch steile Steintreppen weiter hoch . Von einer Stelle sehen wir unten unser Auto und dahinter immer noch den fremden PKW stehen. Noch weiter - bis es nicht mehr weiter geht. Eine kleine Steinlawine hat den Pfad zugeschüttelt, wir müssen umkehren. Doch es hat sich auch so gelohnt, wir haben schon sehr viel gesehen und im übrigen fängt ein leichter Regen an. Zurück auf dem Eingangsplatz sehen wir uns nochmal die bedrohliche Schluchtwand an, die hier sicher seit Jahrtausenden steht, wenn auch nicht so gepflegt wie heute.
Fels_1 Fels_2 Fels_3
Zeit zum Abschied. In der Unsicherheit über die Möglichkeit, unser „Parkplatz“ zu verlassen, haben wir vor im Auto so lange zu warten, bis der hinter uns wegfährt. Langsam zum Wagen kommend sehen wir seine Hinterlichter leuchten und der fremde Wagen bewegte sich langsam zurück. Unglaublich schauten wir hin bis wir unser Glück begriffen haben: wir sind gerettet! Und das war das Ende unseres Abenteuers am Jardin Canario.
Zurück im Hotel bereiten wir uns auf den Weg nach Hause. Der Urlaub ist so gut wie vorbei: noch das letzte vornehme Abendessen, danach Kofferpacken, die letzte Übernachtung – und Morgen sind wir wieder in „Good Old Germany“.

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