Die Kleidungsgeschichte

Ludmila´s Einleitung zur Kleidershow

  

      Kleine Stoffreste meines Vaters, der ein Schneider war, waren meine ersten Spielzeuge. Später habe ich Puppenkleider daraus genäht und noch später meine eigenen Kleider. Dafür suchte ich mir Stoffe aus, die besonders gewebt waren, harmonische und lebhafte Muster und Farben hatten. Ob sie alt oder neu waren, teuer oder auf einem Flohmarkt erworben, sie mussten einfach stimmen. Meine Kleider spiegelten mein Lebensgefühl und den Wandel meines Lebens. Die Kleider trug ich dann Jahrzehnte lang, manchmal habe ich sie umgeändert und zu neuen Varianten genäht. Das älteste ist 55 Jahre alt, die neuesten sind von gestern .
      Eines Tages hatte mein Mann eine vorzügliche Idee: meine Kleider auf unserer sonnigen Terrasse in der 7. Etage des Augustinum fotografieren und zu einem Buch verarbeiten. Im August 2013, bei 25 und mehr Grad Celsius haben wir 60 Kleider fotografiert, von welchen ich 50 selber genäht habe, viele davon in einer zweiten Variante. Wir haben alte Geschichten wieder ausgegraben und neu erlebt. Ob Hochzeiten, Taufen, Einschulungen von den Enkelkindern und Jubiläen, wie auch unsere Reisen in fremde Länder. Es hat uns auch Spaß gemacht, die Geschichte meines Kleidungsschrankes zu verwirklichen und mit Bild und Wort zu dokumentieren.
      Ich trage gerne Kleider von Stoffen, die mir zusagen, die eine Geschichte, eine Erinnerung auf unser gemeinsames Leben verbergen. Nachhinein lache ich leise über die 83-jährige alte Frau, die einmal im Leben zu einer Mannequin wurde.



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