Von Tag zu Tag

Sommerkonzert
19.Juni 2015: Sommerkonzert
      Es passierte beim letzten Meisterkonzert des Jahres 2015 im Konzertsaal der Detmolder Hochschule für Musik. Während der Pause standen wir beim schönen Wetter draußen vor dem Haupteingang als uns eine attraktive Dame angesprochen hat mit einer Mitteilung, dass wir uns bereits kennen. Und tatsächlich haben wir uns erinnern können. Gelegentlich des Geburtstags von unserer Freundin Lieselotte, zu dem wir eingeladen wurden, haben wir unter anderen auch diese Frau getroffen, die jetzt vor uns stand und uns ein Blatt Papier mit der Einladung zum Hauskonzert vorzeigte. Sie selbst ist eine Sängerin und würde sich freuen, wenn wir zu dem Konzert kommen. Nach kurzem Gespräch hat sie sich verabschiedet. Nun wurden wir entsprechend neugierig und haben mit wenig Zögerung beschlossen, die Einladung anzunehmen.
      Das Ereignis sollte in etwa einer Woche im Hause der Eheleute Martien und Gesa Schuddenboom, in Detmold, Barntruper Str. 30b, stattfinden. Der erste Schritt bestand darin, die Lage des Hauses zu finden, was mit Hilfe von Google Earth kein Problem darstellte. Es hat sich gezeigt, dass das Haus sich fast außerhalb des Stadtgebiets, an der äußerten Nordgrenze, befindet. Das hat Jan´s Neugier so weit erhöht, dass er sich entschied, mit seinem Fahrrad diese ihm nur wenig bekannte Gegend zu erforschen. Und so stand er nach wenigen Tagen vor einem hübschen Steinhaus, zu dem nur eine enge nicht asphaltierte Straße führt, wo in der Nähe kaum andere Häuser zu finden sind, dafür jedoch viel vom Grün den Ton angibt. Ein Mann kam aus dem Hause, das war der Hausherr. Die beiden haben sich begrüßt und nach kurzem Vorstellungsgespräch schienen sie sich gut verstehen. Das war zwei Tage vor dem Konzert.
      Lieselotte hat uns, zusammen mit ihren zwei Gästen, zu der Veranstaltung gefahren. Ein Privatkonzert, dazu in einem historischen, schön renovierten und modernisierten Hause, wo die Holzkonstruktion noch sichtbar und gut erhalten ist, besorgt eine besondere Atmosphäre. Bei kaum zwanzig Besuchern kann man einen besonderen Eindruck mit Gesang und Klaviermusik erzielen, was offensichtlich gelungen ist. Und dass danach auch einiges zum Essen und Trinken vorhanden war, hat die lockere Stimmung noch verstärkt. Für uns waren fast alle Anwesenden fremd, was jedoch kein Hindernis für ein ungezwungenes Gespräch darstellte und wir haben uns unsere Erfahrung über die Freundlichkeit der Lippenleute erneut bestätigt.
      Wir hoffen, dass wir auch zum nächsten Konzert eingeladen werden, es wäre Schade, wenn es nur bei diesem einen bleiben sollte. Nicht nur das Musizieren (Gesang und Klavier) hat uns gefallen, wir waren auch – mindestens gleich – von der sympathischen Gesellschaft und der angenehmen Stimmung, recht erfreut.


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Hauskonzert Herbst 2015
     Lippische Landes-Zeitung vom 7./8: Novebmer 2015: Herbstkonzert_2015

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Im Forum 4/2015
     Im Forum, dem vierteljährigen Periodikum für alle Bewohner in Augustinum Häusern,wurde ein Beitrag von Ludmila publiziert:

Forum 2015

Buchleser

Das letzte Hauskonzert
     Jan berichtet:
      Alles hat bereits im Jahre 2004 angefangen, als zwei Frauen, beide Musikfreundinnen, beschlossen hatten, den Bewohnern unseres Augustinum ein Musikprogramm anzubieten. Aus diesem bescheidenem Anfang entstand eine bereits zwölfjährige kulturelle Geschichte. Die Initiatorin und der eigentliche „spiritus agens“ dieses Vorhabens, Frau Lieselotte Müller, hat darüber einmal in der internen Augustinum-Zeitschrift geschrieben:
Lieselotte

Wer Kammermusik machen möchte, braucht Mitstreiter. Das gemeinsame Spiel mit anderen Musikanten verbindet und fördert die gegenseitige Toleranz. Es entstehen Kontakte zwischen Gleichgesinnten. Wer den Gesprächen in Musikerkreisen lauscht, wird beobachten, dass es meistens um Musik, um gewonnene Erfahrungen, um kuriose Erlebnisse geht. Ob da auch mal Musikergarn gesponnen wird? Da mag ein Außenstehender manchmal schmunzeln. Vor einigen Jahren begannen wir, in unserem Augustinum kleine musikalische Nachmittagsveranstaltungen durchzuführen. Inzwischen finden sie zweimal jährlich statt. Wir bezeichnen sie im Hinblick auf die hervorragenden Angebote der Musikhochschule und der Musikstadt Detmold bewusst nicht als Konzert. Wir haben uns auf den schlichten Begriff »Hausmusik« geeinigt. Wir sind keine Berufsmusiker, mit denen wir uns nicht vergleichen können. Wir sind ambitionierte Laienmusiker, die ihre Grenzen kennen. Aber wir möchten die Freude, die Musik vermitteln kann, gern weiter geben. Wir spielen Werke aus der Barockzeit und allen nachfolgenden Epochen bis hin zur Moderne. Für das etwa 60 bis 70 Minuten dauernde Programm suchen wir kleinere Musikstücke oder Ausschnitte aus größeren Werken aus und ergänzen es stets durch eine heitere Geschichte oder auch humorvolle Gedichte aus der Welt der Musik, die von einer Bewohnerin gekonnt und überzeugend vorgetragen werden. Bisher war die Resonanz bei den Hausbewohnern so gut, dass wir oft gefragt werden, wann denn wohl die nächste Hausmusik stattfinden wird.

      Im Laufe der Zeit haben sich auch weitere Hausbewohner gefunden, die auch mit musiziert haben, solange sie noch physisch und mental imstande waren, das Musikangebot auszuweiten. Ich habe auch, nachdem wir uns in Augustinum umgezogen sind, in den letzten fünf Jahren aktiv an den Hauskonzerten teilgenommen. Als Klavierspieler habe ich mit den Flöten zusammen gespielt,, auch die gesungenen Lieder begleitet und einige Solokompositionen vorgetragen. Besonderen Anklang fand z.B. das Tango von isaak Albeniz oder ein moderner Walzer. Aber auch Klavierstücke von J.S.Bach, G. Geshwin, oder B. Martinu, wurden positiv beurteilt. Ein Musikstück einzustudieren oder sogar auswendig zu lernen, kostet viele Stunden konzentrierter Arbeit. Eine Belohnung dafür besteht dann in der eigenen Freude, wenn der Vortrag gelingt, was bei Menschen unseres Alters nicht immer gegeben werden kann.
      Nun haben wir, die an diesen Hauskonzerten mitgemacht haben, feststellen müssen, dass neue Musiker leider den Weg ins Augustinum nicht finden und diejenigen, die bisher aktiv waren, nicht jünger geworden sind. So ergab sich, dass das Hauskonzert am 11.Februar 2016 das letzte seiner Art wurde.            Program
      Damit endet eine mehrjährige Tradition, welche vielen Besuchern aus unserem Hause und auch den zahlreichen Fremden, die zu den Veranstaltungen regelmäßig kamen, Freude machte.

Die Musiker

BlackPiano

Kirchenchor aus der Ukraine


      Ein nicht alltägliches Ereignis hat viel Besucher in den gr0ßen Augustinumsaal gelockt. Gäste von einem Land, welches für manche eine exotische Verfärbung hat, haben den Weg nach Detmold gefunden. Und sie wurden herzlich begrüßt und für ihre Leistung mit einem außerordentlichem Applaus belohnt.
      Im Jahre 1992, kurz nach dem sich das Land Ukraine aus der Sowjetunion gelöst hat, wurde in seiner Hauptstadt Kiew von der damaligen Studentin der Weißrussischen Staatlichen Musikakademie , Olga Janum, eine Gruppe gleichgesinnter Mitstudenten zusammengebracht und einen Gesangschor ins Leben gerufen, der heute natürlich anders als damals aussiht.

Gesamtchor

      Die Anfänge waren schwierig: es gab keinen geeigneter Übungsraum und nur wenig Unterstützung.Für das vorgesehene Programm – Orthodoxe Kirchenmusik – konnte so gut wie kein Notenmaterial gefunden werden. Doch die Begeisterung die jungen Sängerinnen und Sänger haben sich durchgesetzt und bald folgten auch die ersten Teilnahmen an internationalen Wettbewerben mit gewonnenen Preisen. Nach den Erfolgen bei den Festivalen in Polen und Italien folgten weitere Auslandsreisen mit Konzerten, viele davon in den deutschen Städten wie Dortmund, Bielefeld, Hamburg und Berlin.

Frauenduo Kleinchor Flautist
      Das Programm der Konzerte besteht vor Allem aus den alten aber auch einigen neueren Kompositionen der Kirchenmusik sowie aus modern arrangierten Volksliedern, durch welche die nationale Kultur in Ausland bekannt gemacht wird. Damit gewonnenes Geld ist bestimmt für den Bau einer neuer Kirche, die von einer orthodoxen Kirchengemeinde, der die Chormitglieder gehören, gerade durchgeführt wird. Daneben werden auch Einrichtungen für behinderte Menschen, um die sich die Kirchengemeinde kümmert, finanziell unterstützt.
      In Augustinum waren wir überrascht durch die unerwartete Erkenntnis, dass es so viele hochqualifizierte junge Menschen gibt, die sich für solch Musikart begeistern können. Und das sie können, haben durch ihren Einsatz und professionelle Vorführungen überzeugend bewiesen. Eindrücklich wurde der Gesang durch lebendige Regie und interessante Bekleidung begleitet. Sie konnten das nicht mehr junge Publikum begeistern, es wurde viel geklatscht und bei den bekannten Melodien herzlich mitgesungen.
      Die am Ende des Konzertes beigefügte Zugabe von einem poetischen Lied haben alle Besucher mit voller Konzentration begleitet. Und die „Regentchori“ Olga, die mit einem Orden der Russischen Orthodoxen Kirche für ihre langjährigen Leistungen ausgezeichnet wurde, konnte mit der herzlichen Aufnahme der ukrainischen Künstler sicher zufrieden sein.
(siehe auch Homepage )


Notenschlüssel

Osterfeuer im Jahre 2018


            Mit einem neuen Direktor im unserem Hause kommen auch neue Ideen, wie man das Leben hier in Augustinum noch interessanter machen könnte. So wurde eine Möglichkeit für das abendliche Essen im Restaurant angeboten neben der neuen Gelegenheit zum Treffen beim „Its Tee Time“ an jeden Montag. Aber die neueste Idee - ein Osterfeuer in unserem Park anzuzünden - war für alle Bewohner eine echte Überraschung. Etwas Ähnliches gab es hier bislang noch nicht. Der Brauch des Osterfeuers ist in Deutschland sehr verbreitet und entsprechend beliebt. Doch kaum jemand konnte uns die Wurzeln dieses Brauchs erklären oder begründen. Müsste man weit zurück in die Geschichte gehen, vielleicht sogar bis in die vorchristliche Zeit, als es darum ging, fremde und gefährliche Geister zu vertreiben, um die Antwort zu finden? Oder hatte es möglicherweise mit einer Abwehr gegen böse Hexen zu tun? Es ist einem Jedem überlassen, sich eine passende Erklärung aufzuspüren. bewohner Für die Bewohner des Augustinum war es wahrscheinlich die Neugier etwas Neues zu erfahren, die sie in den Park gelockt hat. Ziemlich pünktlich um 18 Uhr erschienen die ersten Neugierigen und bald danach die ersten Grüppchen von warm bekleideten Personen in der Nähe eines Haufens vom trockenen Holz, der die Verwirklichung der erwarteten Ereignisse eindeutig versprach. theke grill Dazu haben sich noch zwei andere Plätze als vielversprechende Lokalitäten hinzugefügt: eine improvisierte Theke mit Andeutung einer Trinkquelle und dicht daneben eine Grillanlage, von der bald ein verführerischer Duft stieg. Die Anzahl der Zuschauer wächst schnell.
Die Erwartung unter den langsam ungeduldigen Teilnehmern nimmt zu und nur die vorzügliche Versorgung mit heißem Kakao (mit etwas oder auch ohne) tröstet die Spannung von der erwarteten Anzündung des Holzhaufens. Auch das günstige Wetter, das gestern noch gedroht hat den Spaß zu verderben, mildert die Qual der Ungeduldigen. Doch die allgemeine Laune ist gespannt aber fröhlich und die Leitung des Hauses scheint zufrieden zu sein.
       zuschauer feuer
Und dann ist es soweit. Die ersten Flammen sind sichtbar und das Feuer brennt sehr ordentlich. Das ein bisschen Rauch lässt einige Empfindliche die Plätze zu wechseln und die Windrichtung zu berücksichtigen. Den gut aufpassenden Feuermann Herrn Böger stört es nicht.
feuermann
Es gibt einige Menschen unter den Bewohnern von Augustinum, die in ihrem Leben bereits mit körperlichen Problemen kämpfen müssen, die wenig beweglich sind und nur mit einem Rollator gehen können und es gibt auch solche, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Diese so behinderten Menschen haben häufig wenig Gelegenheit zu einem Kontakt mit anderen Mitbewohnern. Deswegen sind sie dankbar für jede Möglichkeit, die es ihnen ermöglicht. Und es ist deutlich zu beobachten, dass viele Gespräche geführt werden und dass sich niemand langweilt. Ob sitzend oder stehend, ein Glas mit Kakao oder eine Bratwurst mit Brötchen in der Hand haltend, die Unterrhaltung ist offensichtlich lebendig. So geht es weiter bis es langsam dunkel wird und nur das immer kleiner werdende Feuer etwas mehr Licht spendet.Es wird ein Wunsch entstehen, dass die Feuerflammen alles Böse um uns herum verbrennen mögen, die Menschen von allen Gefahren befreien sollen und damit einen freien Platz für das Gute, das man nicht immer und nicht überall finden kann aber es doch irgendwo existiert, frei schafft. im gespräch biergruppe
Ein gelungener Abend geht zu Ende und auch der Direktor Herr Bach (rechts im Bild)scheint zufrieden zu sein.




Über Augustinum